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Kirmes Ohne Frauen Geht Nicht

Kirmes ohne Frauen geht nicht

„Die Frauen bereichern unsere Bruderschaft. Viele Zuschauer kommen beispielsweise nur zum Schützenfest, um die Königin und die Ministerinnen in ihren festlichen Kleidern zu bewundern. Oftmals gibt es – trotz der prächtig marschierenden Schützen – dann den größten Applaus“, sagt Josef Jennissen, der Ehrenvorsitzende der St. Brigitta Schützenbruderschaft rückblickend.

Jahrhundertelang war das Schützenwesen eine reine Männerdomäne. Viel-fach und besonders in unserer Region ist es das auch heute noch. Nicht so bei der St. Brigitta Schützenbruderschaft. 1977 traten mit Hilde Heynen, Maria Jennissen, Corry Kohnen, Gerta Küskens, Renate Küskens, Walburga Lützkendorf, Luise Nick, Maria Offermanns, Reinhilde Pollmanns, Anita Schrammen und Gertrud Weyers die ersten elf Frauen der Bruderschaft bei. Wenig später folgten mit Hilde Bierwisch, Renate Zils, Sibylla Wolfs, Clarissa Helger, Ingrid Stürzel, Maritta Cüsters, Ulrike Wolter, Marlene Willems und Agnes Gotzes weitere Frauen. Für damalige Zeiten war dieser Weg, der in der Euphorie des Schützenfestes 1977 beschritten wurde, geradezu revolutionär. „Wir wurden teilweise ausgelacht“, erinnert sich Jennissen.
Doch für ihn und den damaligen Vorstand sprach nichts gegen die Frauen, sondern sehr viel dafür. „Kirmes ohne Frauen geht nicht“, meint Josef Jennissen augenzwinkernd, schließlich könne man sich die Musikkapelle gleich sparen, wenn die Frauen und Freundinnen ihre Männer nicht zu den Schützenbällen begleiten würden.
Doch die Frauen feiern bei den Schützenfesten mit und tragen wesentlich zum Gelingen dieser Feste bei. Sie erwerben sich durch ihr Engagement große Verdienste um das gesellschaftliche Leben in den einzelnen Ortschaften und Nachbarschaften. Sie leben auf diese Weise „Glaube, Sitte und Heimat.“ Und letztlich – auch das war für die damals klei nere Bruderschaft nicht unerheblich – können sie durch ihren jährlichen Mit-gliedsbeitrag einen wichtigen Beitrag zum wirtschaftlichen Fundament der Bruderschaft leisten. „Warum sollten sie in Zeiten der Gleichberechtigung also nicht Mitglied der Schützenbruderschaft sein können“, fragt Jennissen.
Seit 30 Jahre sind Frauen in der St. Brigitta Schützenbruderschaft Normalität. Erst viel später, 1986, wurde die Satzung entsprechend geändert. 1994 wurde mit Marlies Hoffmann als Kassiererin die erste Frau in den Vorstand gewählt. Ute Winkels folgte 2000 als zweite Frau im Vorstand. 2005 trat erstmals eine reine Damenmannschaft mit Corry Kohnen, Angelika Lierhaus, Renate Küskens, Sibylla Wolfs und Anita Schrammen zum Bruderschafts-Bezirksschießen an. Im selben Jahr formierten sich die Damen zum Schützenfest auch erstmals in einem eigenen Damenzug.
Die Frauen sind somit längst ein starkes Stück St. Brigitta Schützenbruder-schaft.

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